Spremberg, 08.06.2026
Die LAUSITZRUNDE fordert faire Beteiligung an Kraftwerksstrategie, Wasserstoffwirtschaft und industriellem Strukturwandel
Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Amtsdirektorinnen und Amtsdirektoren der LAUSITZRUNDE haben sich heute in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie die Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Dr. Dietmar Woidke gewandt.
Darin fordern sie ein klares politisches Bekenntnis zur Lausitz als zentralem Energie- und Industriestandort Deutschlands.
Seit 2016 unterstützen die Kommunalvertreter den Kohleausstieg und gestaltenden Strukturwandel aktiv mit. Jetzt warnen sie davor, die Region beim Aufbau neuer, gesicherter Kraftwerkskapazitäten zu benachteiligen. „Wer die Energiewende ermöglicht, darf nicht zu ihrem Verlierer werden“, heißt es in dem gemeinsamen Appell.
Sorge um Benachteiligung der Lausitz
Mit großer Sorge betrachtet die LAUSITZRUNDE den aktuellen Entwurf des Stromversorgungskapazitätsgesetzes (StromVKG). Die vorgesehenen Regelungen könnten dazu führen, dass neue Kraftwerkskapazitäten vor allem in Süddeutschland entstehen, während traditionelle Energieregionen wie die Lausitz ins Hintertreffen geraten.
Aus Sicht des Bündnisses widerspricht dies den Zielen des Strukturstärkungsgesetzes und gefährdet die Akzeptanz der Energiewende in den betroffenen Regionen.
Daher fordern die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter in Ihrem Schreiben neben einer Überarbeitung des StromVKG wiederholt die gezielte Einbeziehung bestehender Energiestandorte in der Lausitz.
Die Lausitz bietet einzigartige Standortvorteile
Die Region verfügt bereits heute über leistungsfähige Kraftwerksstandorte, moderne Stromnetze, erschlossene Industrieflächen sowie hochqualifizierte Fachkräfte entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette. Hinzu kommt eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz für Industrie- und Energieprojekte.
Gleichzeitig entstehen in der Lausitz zentrale Zukunftsprojekte für Deutschland und Europa. Dazu gehören der Ausbau der Wasserstoffwirtschaft, der Kreislaufwirtschaft, Batterie- und Speichertechnologien, klimaneutrale Produktionsverfahren sowie digitale Infrastruktur und Rechenzentren.
Mit dem Net Zero Valley Lausitz entwickelt sich die Region zudem zu einem bedeutenden europäischen Standort für klimaneutrale Industrie.
Eine verbindliche Berücksichtigung der Lausitz beim Aufbau neuer wasserstofffähiger Kraftwerkeist daher entscheidend für Versorgungssicherheit, industrielle Ansiedlungen, kommunale Einnahmen sowie die Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze in der Lausitz.
„Die Transformation der Energiesysteme darf nicht dazu führen, dass industrielle Wertschöpfung aus den Kohleregionen abwandert“, betonen die Unterzeichnenden.
Strukturwandel braucht Tempo
Neben Investitionen fordert die LAUSITZRUNDE deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Region hat mit dem Net Zero Valley Lausitz bereits wichtige Voraussetzungen geschaffen. Strategische Umweltprüfungen für elf Industriestandorte sind abgeschlossen, zentrale Anlaufstellen eingerichtet und Verfahren vorbereitet.
Nun muss der Bund diese Strukturen konsequent unterstützen.
In ihrem heutigen Schreiben macht die LAUSITZRUNDE deutlich, dass die Region keinerlei Sonderbehandlung verlangt. Gefordert wird vielmehr die angemessene, faire Berücksichtigung der Lausitz bei den anstehenden energie- und industriepolitischen Entscheidungen.
„Die Menschen unserer Region haben die Lasten der Energiewende angenommen und gestalten den Wandel aktiv mit. Nun erwarten sie zu Recht, dass Bund und Länder ihre Verantwortung wahrnehmen“. Das bedeutet umgehende richtungsweisende politische Entscheidungen, Investitionen und ein klares, bundespolitisches Bekenntnis zur Zukunft der Lausitz als Energieregion.