Boxberg/O.L. 25.02.2026

Was bremst den Strukturwandel aus kommunaler Sicht?

Antworten auf diese Frage erhielt das BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung, Kompetenzzentrum Regionalentwicklung in Cottbus) heute von den Mitgliedern der LAUSITZRUNDE bei einem gemeinsamen Treffen am Bärwalder See in Boxberg/O.L. 
Aus Anlass der neuen Kommunalbefragung 2026 des BBSR hatte dies um Feedback zur Aktualisierung des bestehenden Fragenkatalogs gebeten und mit den kommunalen Vertreterinnen und Vertretern der brandenburgischen und sächsischen Lausitz den aktuellen Stand des Strukturwandels diskutiert.
Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bestätigten einhellig die Ergebnisse der Kommunalbefragung 2024 und brachten im Zusammenhang mit der geplanten Aktualisierung viele ihrer jetzigen Herausforderungen zur Sprache.

Dazu gehörte u.a. der Hinweis, dass auch Mittelzentren eine entscheidende Funktion im Strukturwandel hätten und eine überwiegende Prozess-Bewertung durch Bund und Länder anhand der Oberzentren wie Cottbus, Görlitz und Bautzen kein objektives Bild lieferten. 
Da der maßgebliche Anteil der Strukturwandelmittel bereits verbraucht oder gebunden sei, käme es jetzt verstärkt auf den Kern der Transformation an: die Schaffung neuer Industriearbeitsplätze, insbesondere in der vom Kohleausstieg kernbetroffenen Region. 
Gut 50% der anwesenden Mitglieder benannten als Bremse für den Strukturwandelprozess die räumliche Planung.
Zudem fehle es bei der Organisation von Zuzug von Arbeitskräften deutscher und nicht-deutscher Herkunft an einem übergeordneten Konzept, das auch kleinen und mittelständischen Betrieben helfe, Fachkräfte zu finden.
Aufgrund ihrer Lage und ihrer finanziellen Ausstattung hätten Oberzentren zudem einen Vorteil im Hinblick auf die Außenwerbung - gegenüber dem ländlichen Raum und den Mittelzentren der Lausitz.
Insgesamt kam das Gremium zu dem Ergebnis, dass die Problemlagen der Kommunen durch das InvKG nicht gelöst würden.

In einer offenen und von gegenseitiger Wertschätzung getragenen Atmosphäre nahmen sich die Vertreterinnen des BBSR der vielen Hinweise für die künftige Befragung an.
Die LAUSITZRUNDE verknüpft mit ihrer Unterstützung und konstruktiven Kritik im Gegenzug hohe Erwartung an die Rezeption der Befragungs-Ergebnisse seitens der Bundesministerien. „Die vom BBSR erarbeiteten Handlungsempfehlungen mögen endlich handlungsbereite Ohren erreichen“, so Hendryk Balko, Bürgermeister der Gemeinde Boxberg/O.L. und Sprecher der sächsischen kommunen der LAUSITZRUNDE. „Es seien die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die den Strukturwandel nicht nur umsetzen müssten, ergänzend zu ihren Pflichtaufgaben, sondern auch stets an der Basis Rechenschaft für dessen Fortgang ablegen müssten“.

Link zur Kommunalbefragung 2024: 
https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/analysen-kompakt/2025/ak-10-2025.html